28.07.2026

Premiere im Glasfasernetz der Stadtwerke Lünen: Erstes Unternehmen erhält 5.000 Mbit/s für KI-gestützte Industrieprozesse

Lünen. Die Stadtwerke Lünen (SWL) erreichen beim Glasfaserausbau einen neuen Meilenstein: Erstmals versorgen sie ein Unternehmen mit einem symmetrischen Glasfaseranschluss von 5.000 Mbit/s.

Von der neuen Leistungsstufe profitiert die Eco Remarketing GmbH an der Frydagstraße, die ihre KI-gestützten Industrieprozesse künftig über eine der schnellsten Datenverbindungen im Stadtgebiet betreibt. Das Projekt zeigt beispielhaft, welche Möglichkeiten moderne Glasfaserinfrastruktur für die Industrie eröffnet.

Wer das Betriebsgelände der Eco Remarketing GmbH an der Frydagstraße betritt, sieht auf den ersten Blick Schrott, Elektroschrott und ausrangierte IT-Komponenten. Tatsächlich entstehen hier jedoch hochdigitalisierte Industrieprozesse: Hochauflösende Kamerasysteme erfassen Materialien in Echtzeit, bewerten Qualitäten, dokumentieren Materialströme und unterstützen die automatisierte Sortierung. Grundlage dafür ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.

Mit der Erweiterung auf 5.000 Mbit/s symmetrisch setzt die Eco Remarketing GmbH gemeinsam mit der SWL einen neuen Maßstab für die digitale Infrastruktur am Wirtschaftsstandort Lünen. Perspektivisch sind sogar Bandbreiten von bis zu 10.000 Mbit/s möglich. Für das Unternehmen ist die Glasfaseranbindung weit mehr als schnelles Internet: Sie bildet die technische Grundlage für Automatisierung, Qualitätssicherung, Sicherheit und eine lückenlose Dokumentation.

Der Lüner Standort ist Teil eines international agierenden Unternehmens. Schrott- und Elektroschrottmengen aus aller Welt werden hier angenommen, sortiert und für Schmelzwerke aufbereitet. Ein weiterer Standort in Ennigerloh bereitet Hardware-Komponenten für eine spätere Wiederverwendung auf.

Die Geschichte des Unternehmens begann vergleichsweise klein: Geschäftsführer Jakob Czapski gründete Eco Remarketing im Jahr 2006 nach dem Abbruch seines Studiums der Politik-, Islam- und Sozialwissenschaften. Ursprünglich wollte er Sicherheitsberater für den Nahen Osten werden. Stattdessen begann er mit der Reparatur gebrauchter Computer und dem Weiterverkauf ausrangierter Hardware. Aus dem Ein-Mann-Unternehmen entwickelte sich ein international tätiger Betrieb mit heute 36 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro.

„Unsere Mitarbeitenden können sich inzwischen deutlich stärker auf anspruchsvolle Tätigkeiten konzentrieren, während KI-gestützte Kamerasysteme viele Routinen selbstständig übernehmen“, sagt Jakob Czapski. „Wir investieren kontinuierlich in Automatisierung, Qualitätssicherung und Sicherheit. Unser kamerabasiertes Sicherheits- und Erkennungssystem ist dabei eine strategische Investition, die uns ermöglicht, Materialströme schneller zu erfassen, Prozesse transparenter zu dokumentieren und flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren. Mit dem neuen 5-Gigabit-Anschluss schaffen wir die Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte unseres Unternehmens. Eine leistungsfähige und vor allem symmetrische Glasfaseranbindung ist deshalb für uns kein Luxus, sondern betriebliche Notwendigkeit.“

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer und Palladium. Diese Materialien sollen möglichst vollständig in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die digitale Erfassung unterstützt das Unternehmen dabei, Qualitäten, Mengen und Materialströme transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Eine Besonderheit liegt dabei im Upload: Während viele Unternehmen vor allem hohe Downloadgeschwindigkeiten benötigen, müssen bei der Eco Remarketing GmbH hochauflösende Bilddaten, Qualitätsnachweise und Dokumentationen permanent verarbeitet und übertragen werden. Das SWL-Glasfasernetz ermöglicht dafür dieselbe Geschwindigkeit in beide Richtungen. 

Premiere im SWL-Glasfasernetz: Gründer und Geschäftsführer Jakob Czapski erhielt mit seinem Unternehmen Eco Remarketing als erster Kunde einen symmetrischen 5.000-Mbit/s-Glasfaseranschluss. (Quelle: Stadtwerke Lünen GmbH)

Digitale Infrastruktur als Standortfaktor

Für die SWL ist die Eco Remarketing GmbH nicht nur ein weiterer Glasfaserkunde, sondern ein technologischer Meilenstein im eigenen Netz. „Vor wenigen Jahren galten Gigabit-Anschlüsse noch als Zukunftsmusik. Heute sprechen wir bei ersten Kunden bereits über 5.000 oder perspektivisch 10.000 Mbit/s. Das zeigt eindrucksvoll, wie stark die Anforderungen wachsen und wie wichtig ein leistungsfähiges Glasfasernetz für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt ist“, sagt Urs Reitis, SWL-Geschäftsführer.

Seit Beginn des Glasfaserausbaus im Juni 2022 wurden in Lünen unter anderem 13 Millionen Euro aus Fördermitteln sowie weitere Eigenmittel durch die SWL selbst verbaut. Heute kann die SWL bereits jede dritte Adresse im Stadtgebiet an das Glasfasernetz anschließen.

„Was 2022 als Infrastrukturprojekt begann, hat sich inzwischen zu einer eigenständigen Sparte der Stadtwerke entwickelt. Neben Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser gehört Glasfaser heute zu unseren zentralen Geschäftsfeldern“, sagt Rebecca Krause-Hameister, Projektmanagerin Telekommunikation bei den Stadtwerken Lünen. „Dass wir jetzt erstmals einen 5-Gigabit-Anschluss für ein Unternehmen realisieren, zeigt, wie leistungsfähig unser Netz inzwischen ist. Wir können damit nicht nur Privathaushalte, sondern auch hochdigitalisierte Industrieunternehmen mit den Bandbreiten versorgen, die sie für KI-Anwendungen, Automatisierung und datenintensive Prozesse benötigen.“

Das Beispiel der Eco Remarketing GmbH zeigt, dass Glasfaser längst mehr ist als ein schneller Internetanschluss. Mit dem ersten 5-Gigabit-Unternehmensanschluss der SWL wird deutlich, dass digitale Spitzeninfrastruktur inzwischen direkt vor Ort verfügbar ist. Für moderne Industrieunternehmen bildet sie die Grundlage für KI-gestützte Prozesse, digitale Qualitätssicherung und eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt, welchen Beitrag eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Lünen leisten kann.

Allgemeine Projektinfos SWL-Glasfaserausbau

Der Glasfaser-Ausbau geht weiter: Seit dem Start des Glasfaserausbaus im Juni 2022 investieren die Stadtwerke Lünen konsequent in eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur. Nach dem zunächst geförderten Ausbau erfolgt die Erschließung neuer Gebiete inzwischen vollständig eigenwirtschaftlich.

Der aktuelle Stand auf einen Blick:

  • Bereits jede dritte Adresse im Stadtgebiet kann heute an das SWL-Glasfasernetz angeschlossen werden.

  • Das Glasfasernetz wird kontinuierlich erweitert – sowohl für Privathaushalte als auch für Gewerbe- und Industriekunden.

  • Erstmals versorgen die Stadtwerke Lünen einen Unternehmenskunden mit einem symmetrischen 5.000-Mbit/s-Anschluss. Perspektivisch sind Bandbreiten von bis zu 10.000 Mbit/s und mehr möglich.

Glasfaser gilt als Schlüsseltechnologie für die digitale Zukunft. Sie schafft die Voraussetzungen für leistungsfähiges Arbeiten im Homeoffice, störungsfreies Streaming und Gaming sowie für datenintensive Anwendungen in Unternehmen – von der Produktion bis hin zu KI-gestützten Prozessen. Alle Informationen zum Ausbau, zu verfügbaren Anschlüssen und zu aktuellen Ausbaugebieten unter www.SWL24.de/glasfaser.

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