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SL Grundbesitz und Stadtwerke Lünen starten Pilotprojekt mit erster Brennstoffzelle in Lünen

14.07.2016 Energiequelle der Zukunft – so wird die Brennstoffzelle von vielen betrachtet. Das Mikrokraftwerk zur autarken Hausenergieversorgung macht aus Erdgas Strom und erzeugt damit den Großteil des eigenen Strombedarfs einfach selbst. Mit einem Pilotprojekt wollen die Stadtwerke Lünen zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft SL Grundbesitz die Selbstversorgung testen und werden dabei von der Europäischen Union und den EFRE.NRW staatlich gefördert.

Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Jörg Mühlbach (Abteilungsleiter Beschaffung und Projektgeschäft) und Werner van den Berg (SWL-Energieberatung) mit dem Mikrokraftwerk „Brennstoffzelle“ auf dem Gelände der Stadtwerke Lünen.

Wie versorgen wir uns in Zukunft mit Energie? Wieviel können wir davon selbst produzieren und welche Technologien bieten effiziente Perspektiven zur Selbstversorgung und fördern gleichzeitig den Klimaschutz? Was davon ist auch für Privatleute oder kleine bis mittlere Gewerbebetriebe erschwinglich und umsetzbar? Das sind die Grundsatzfragen, mit denen sich die Stadtwerke Lünen derzeit auseinandersetzen. Denn die Zukunft in Deutschland ist eindeutig auf Ressourcenschonung und Unabhängigkeit gestellt.

Weniger Energiekosten und CO2-Emissionen

Im Rahmen des Förderpakets mit dem klangvollen Namen „OP EFRE.NRW 2014-2020“ (für „Operationelles Programm Nordrhein-Westfalens für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“) haben sich die Stadtwerke Lünen für die Brennstoffzellen-Technologie entschieden, weil das Mikrokraftwerk in Größe einer Waschmaschine nahezu ein kleiner Allrounder ist:

Der aus Erdgas gewonnene Strom wird nicht nur in das Hausnetz der Stadtwerke eingeleitet, gleichzeitig wird die dabei produzierte Abwärme auch für die Warmwasserzubereitung genutzt (Kraft-Wärme-Kopplung). Das freut Klima und Geldbeutel zugleich. Mit einem elektrischen Wirkungsgrad von rund 60 Prozent lassen sich bei geringem Gasverbrauch bis zu 13.000 kWh umweltfreundlicher Strom im Jahr produzieren. Und der ist sogar um circa 50 Prozent günstiger als im konventionellem Bezug und spart rund die Hälfte an CO2-Emissionen pro Kilowattstunde. Besonders praktisch ist der geringe Platzbedarf – ein Punkt, der der Umsetzung neuer Technologien deutlich entgegenkommt. Weitere Parameter, die im Projekt untersucht werden sollen, sind Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit, Langzeitstabilität und Betriebserfahrungen im Umgang mit der Technik. Zudem steht die Brennstoffzelle nicht nur für sich. Sie kann zum Beispiel mit einer Wärmepumpe kombiniert werden und erreicht darüber einen besonderen Effizienzgewinn, da die elektrische Energie für die Wärmepumpe über die Brennstoffzelle erzeugt werden kann.

Serienproduktion steht noch am Anfang

Seit März wird die Brennstoffzelle nun schon auf Herz und Nieren getestet. SWL-Energieberater Werner van den Berg ist von der Technik überzeugt: „Die ersten Ergebnisse stimmen positiv. Die Brennstoffzelle arbeitet seit der Inbetriebsetzung ohne Probleme und speist erzeugten Strom und Wärme zuverlässig in die hauseigenen Netze ein. Dadurch wird der Strombezug aus dem Netz verringert und es wird weniger Wärme aus dem Wärmenetz benötigt.“ Eine gute Ergänzung zu den erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne findet van den Berg, denn die Netze würden durch den steigenden Anteil der Erneuerbaren Energien zeitweise stark gefordert. Eine Entlastung durch komplementäre Zukunftstechnologien komme der Netzstabilität zugute.

Noch ist der Einsatz von Brennstoffzellen in Deutschland recht überschaubar. Das gilt sowohl für die Automobilbranche (Stichwort Wasserstoffantrieb) als auch für die Selbstversorgung im Privaten und Gewerblichen. Die Serienproduktion steckt sozusagen noch in den Kinderschuhen. Ein Grund mehr für die Stadtwerke Lünen den technologischen Fortschritt durch intensive Tests zu unterstützen und ggf. im Versorgungsangebot mitaufzunehmen.

Die Stadtwerke Lünen halten die Brennstoffzelle für Immobilienbesitzer mit erhöhtem Energiebedarf durch z.B. Sauna oder Schwimmbäder geeignet sowie für kleine bis mittlere Gewerbebetriebe. Interessierte können sich bei der SWL-Energieberatung zur Technik beraten lassen und auf dem Betriebsgelände die Anlage in Augenschein nehmen (Terminvereinbarung erforderlich).

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